Der Gang ins Ungewisse

Es gibt Momente und Zeiten im Leben, da sieht man buchstäblich nicht einmal die eigene Hand vor Augen. Jeder nächste Schritt ist ungewiss. Keiner kann einem sagen, was kommen wird. Wie es werden wird und wer man sein wird, wenn man es erlebt hat. Da steht man dann vor einem Scheideweg. Man bleibt stehen aus Angst sich zu verändern oder den falschen Weg zu gehen. Das Leben stagniert.

Jeder von euch kennt das Phänomen, wie man sich fühlt, wenn man alte Bilder von sich sieht und sich versucht zurückzuerinnern, was man damals gefühlt hat. Je nachdem, was man in der Zwischenzeit alles erlebt hat, kommt es einem bisweilen so vor als ob man Jemand anderes gewesen wäre. Faszinierend! 

Das Bemerkenswerte an der Sache ist es aber, dass gerade die Menschen, die viele Höhen und Tiefen durchLEBT haben, die sich dem Fluss des Lebens hingaben und auch mal ins Ungewisse gestürzt sind, selten bereuen. Wenn man die Chancen nutzt, die einem das Leben bietet ohne zu vergessen wer man ist und wohin man gehört. Das Entscheidende ist die Bereitschaft zur Verantwortung. 

Das lässt jetzt natürlich viel Raum für Interpretation. Doch tatsächlich geht es um die Gesetze dieser Welt und des Lebens in ihr. ALLES ist im Fluss. Alles lebt und verändert sich. Sollte sich verändern. Um somit wieder zu sich zurück zu finden. Denn man ist richtig an dem Platz, an den das Leben einen gestellt hat. 

Für den Einen mag es bedeuten Altes loszulassen und sich auf ganz neue Wege zu begeben, wenn sie sich anbieten! Was meiner Meinung nach aber auch beinhaltet Verantwortung für die Spuren zu übernehmen, die das eigene Handeln hinterlassen hat. Ohne dieses zu werten. Es ist wie der Stein der ins Wasser fällt. Seine Wellen breiten sich aus. So oder so.

Und ich spreche nicht davon etwas an etwas festhalten zu müssen. Der Stein darf fallen, er muss sogar fallen.

Alles ist in Bewegung. Jeder noch so kleine Molekül. Dass eine Aktion also eine Reaktion hervorruft liegt in der Natur der Sache. Und dass man sich in gewissen Momenten vor den unbekannten Konsequenzen oder Folgen fürchtet ist ebenfalls nur menschlich! 

Denn wenn ich eines gelernt habe, dann dass Wege, die gegangen werden wollen sich dann zeigen, wenn du bereit bist sie zu gehen. Wege, Chancen und Möglichkeiten zu erzwingen, weil man sich danach sehnt und es aus irgendeinem Grund will, verschließen sich meist genauso schnell, wie man sie aufgebrochen hat. Man braucht blindes Vertrauen. In sich selbst und in das Leben.

Es zeigt sich! Und dann braucht man Mut voranzuschreiten, denn oft kommt es ganz anders als man denkt! 

Die Kunst hierbei ist es, zu unterscheiden, wann dir Steine in den Weg gelegt werden, die es zu überwinden gilt, und wann du erkennen solltest, das etwas jetzt noch nicht dran ist. Wenn man lernt auf sich Selbst, seine Intuition und seinen Bauch zu hören und die Zeichen der Zeit lernt zu lesen, dann hält man die Schatzkarte seines Lebens in Händen. Und Umwege bedeuten nicht, dass man sich von seinem Ziel entfernt. Das einzig Gefährliche ist es aus Angst stehen zu bleiben oder nach einem Fall nicht wieder aufzustehen.

Bedenkt jedoch bitte, dass es aber auch eine natürlich Stagnation gibt. Jedes Jahr hat seine dunkle Zeit, seinen Winter, in jeder Seele gibt es Nächte und jedes Leben hat seine Phasen, wo nichts vorwärts geht. Und dann ist es auch gut wie es ist. Man muss auch diesen Vorgängen seine Zeit geben. Auch diese Art der Ungewissheit braucht dein Vertrauen. Das Vertrauen, dass alles seine Zeit hat! Nutze Phasen in denen einfach nichts vorangeht und gelingen will, um zu dir selbst zu finden und die Kräfte zu bündeln, die du benötigst, wenn der Fluss deines Lebens neu erwacht und weitergeht.

 

Ich selbst durchlebe gerade in vielerlei Hinsicht ein tiefes Tal. Und es ist dermaßen Wolkenverhangen, dass man nicht einmal die Gipfel der Berge sehen kann. Ich weiß, dass da oben die Sonne scheint und dass ich nicht mehr der gleiche Mensch sein werde, wenn ich oben angekommen bin. Doch dieselbe bleibe ich und atmen lässt es sich unten sogar besser als in den höchsten Höhen. Seitdem ich das erkannt habe und Vertrauen habe, dass auch jetzt jeder Tag es wert ist ihn zu genießen, zeigt sich wie fruchtbar der Boden ist auf dem ich gerade stehe. 

Ich bekam erst letzte Woche eine Chance auf die ich seit JAHREN warte. Auf einmal ein Anruf. Und dann war ich auch noch krank. Doch warum auch immer, wusste ich, dass ich darauf vertrauen muss, dass es für den entscheidenden Moment irgendwie klappen wird, wenn ich JETZT den Mut habe das durchzuziehen. Es war eine Hölle, denn ich war wirklich sehr angeschlagen. Doch da sich mir diese Möglichkeit schenkte und anbot, erkannte ich es nicht als erzwungen, sondern als Prüfung. Wenn ich leben möchte, was ich erträume und in mir sehe, dann muss ich die Wege gehen, die sich mir eröffnen, so schwierig und unmöglich es mir erscheinen mag, diese gehen zu können. Und siehe da. Es hat geklappt. Es war auf Grund meines körperlichen Zustandes nicht perfekt. Aber ich habe mein Leben gelebt und ich habe mir vertraut. Meine Stimme und Ich haben das gemacht. Und EGAL was sich daraus nun ergeben wird. Ich habe meinen Schatz gefunden. In mir drin und mein Lebensweg wird immer mehr zu meinem eigentlichen Lebensziel. Diese Erfahrung ist so reich. Und mit ihr lebt sich mein Alltag zuhause mit all den Problemen, Schwierigkeiten, Sorgen, der Traurigkeit, dem Schmerz, der Angst vor der Zukunft und den täglichen Herausforderungen Struktur in mein Leben zu bringen leichter. Da ich weiß, das ich auf meine innere Stimme vertrauen kann, die mir auch Zuhause sagt, dass irgendwie alles gut werden wird, auch wenn es sich überhaupt nicht so abzeichnet! Denkt, daran, dass wir nicht wissen können, was für einen Selbst und alle anderen drum herum „gut“ bedeutet und dass es eben oft ganz anders kommt, als gedacht, aber eben irgendwie gut!

Der Goldregen bleibt nicht aus, wenn man sich dessen annimmt, was das Leben einem gibt. Egal wie schwer und unmöglich es scheinen mag.

Ich wünsche euch aus tiefstem Herzen diese Erfahrungen. 

 

Eure Miriam

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