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Leerlauf

Manchmal geht einfach nichts vorwärts. Es gibt so Tage, da wurschtelt man ständig rum und man quält sich und irgendwie geht nichts vom Fleck. Da hab ich mich manchmal gefragt, ob ich dann gleich lieber alles beiseite legen hätte sollen. Einfach mal wirklich den ganzen Tag so auf sich zukommen lassen. Laut Musik anmachen und schauen was passiert. Oder den Nachmittag ausgelassen mit meinen Kindern spielen und rumgammeln. Natürlich geht das nicht oft und manch einer hat ja auch eine Arbeit, in die er nun mal muss. Und vieles muss einfach erledigt werden.

Aber manchmal klappts eben dann ja auch am Sonntag nicht mit dem ausruhen. Gelegentlich gibt eben die innere Uhr den Takt an. Es geht nicht immer alles und im Rahmen seiner Möglichkeiten find ich es nur gesund, sich da auch mal seine Freiheiten herauszunehmen. Allerdings merkt man da auch wieder wie man vom gesellschaftlichen Druck geprägt ist und sich dabei eigentlich kontinuierlich "schlecht" fühlt. Ich hab mich jetzt entschieden, mal mehr auf meinen inneren Rhythmus zu hören, der bei uns Frauen ja auch nochmal anders tickt. Solange meine Kinder und mein Mann jeden Morgen was zum anziehen finden, es was zum Essen gibt, man in unserem Haus laufen kann, ich meine Partien und Stücke rechtzeitig beginne zu lernen und meine Schüler nicht vergesse, nehm ich mir auch mal n Tag oder zwei raus, wo einfach überhaupt nichts geht.

Und siehe da. Seitdem ich da meinen Frieden mit mir gemacht habe, dass ich viel weniger produktiv bin, wenn ich mich immer zwinge und zwinge und zwinge, läuft es auch viel besser! Denn aus der inneren Freiheit heraus entsteht eine ganz andere Motivation. Im Fachbereich nennt man das ja die "intrinsische" Motivation. Das was man in der Pädagogik eigentlich anstrebt, wenn es darum geht Kindern etwas beizubringen.

Es gibt Tage, da ist es in Ordnung nur das absolut Nötigste zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Und in jedem Leben sollte gelegentlich Platz für sowas sein. 

Heute war auch wieder so ein Tag. Ich hatte Watte im Kopf und weder das Üben noch das Schreiben noch mein Haushalt oder sonst was hat irgendwas gebracht. Also hab ich mit meiner Tochter getanzt, mein Sohn hat mit allem Möglichen vor sich hingespielt, und so verging der ganze Tag. Bis ich auf einmal doch produktiv wurde und jetzt das Haus wunderbar gemütlich und sauber ist. 

Ein Hoch auf die Tage, an denen man sich entscheidet nichts schaffen zu wollen und damit eine ganze Welt bewegt!

 

Eure Miriam

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