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Bei meiner Ehre

"Die Ehr` ist nur ein unsichtbares Wesen, und oft besitzt sie der, der sie nicht hat." v. W. Shakespeare.

Beim Lesen dieses Zitates hab ich ein wenig gebraucht muss ich gestehen. Und es fasziniert mich wie aktuell Shakespeares Aussage ist.

So wie er es andeutet existieren zwei unterschiedliche Ansätze von Ehre oder Ehrerbietung.

Erstens: Was achte ich als Mensch. Was wertschätze ich persönlich aus tiefstem Herzen. Worauf achte ich in meinem Leben? Und Zweitens: Was wertschätzt die Gemeinschaft, die Gesellschaft und die öffentliche Meinung.

Da gibt es große Unterschiede. Beziehungsweise herrschen Vorurteile darüber, was andere denken in unseren Köpfen vor. Man glaubt zu wissen, was der Andere denkt! Ein eleganter Schachzug auf dem Schlachtfeld unseres aktuellen Krieges in den Köpfen der Menschen. Denn wenn jeder denkt zu wissen, was der andere denkt ohne es wirklich zu wissen, leben wir in einer fiktiven Wertevorstellung, die unserer Gesellschaft das Genick brechen wird.

Wir meinen immer, dass wir uns anpassen müssten und das man, wenn man etwas gelten möchte doch so oder so sein sollte. Der Mensch kann grausam sein. Vor allem verborgen im Kollektiv.

Jeder hat es schon mal mit übler Nachrede, Gerede, Lästern oder sogar Mobbing zu tun gehabt. Ob als Täter oder Opfer. Bezeichnend ist, dass wenn man so eine Lästerrunde in einzelne Menschen aufteilt, diese dann eigentlich ganz andere Ansichten haben und dem Opfer das eben Gesagte als Person schwer noch direkt ins Gesicht sagen können und schon gar nicht mehr wollen.

Bestes grandioses Beispiel im neuen deutschen Kinohit: "Das perfekte Geheimnis".

Die Emanze, die sich in allerlei unwürdige Situationen bringt und sich vor lauter Geltungsbedürfnis und erwünschtem Status von ihrer eigenen Weiblichkeit so weit entfernt, dass sie letztlich fast vor den Scherben ihres so hart erkämpftem Lebensentwurfes steht gegen die etwas naive und durchgeknallte Esoterik-Tante, die allerdings im Reinen mit sich und ihrer Unvollkommenheit ist und deshalb auch als eigentliche Siegerin aus der Geschichte hervorgeht.

Knackpunkt ist wieder. Unter welchem Blick lebe ich und wie definiere ich meine eigene Identität. 

Schau ich mir gerne abends mit lauterem und ehrbarem Herzen in den Spiegel und schlafe gut oder habe ich allerlei Kerben im Bettpfosten und handle fast täglich gegen das was mein Herz mir sagt um irgendwann irgendwo ganz oben auf einer Leiter anzukommen. Natürlich machen wir Fehler. Keine Frage. Dann gehört es jedoch dazu Verantwortung für das zu übernehmen, was man verbockt hat. Fehler lassen sich erkennen, wenn man EHRLICH zu sich selbst ist und sie lassen sich korrigieren. Alles andere ist feige! Keiner hat was gegen Erfolg und keiner was gegen Ruhm und Ansehen! Jedoch der Weg dorthin entscheidet, wer am Ende wirklich strahlt. Und das ist der Mensch der die Ehre besitzt. Nicht der, der sie hat.

In diesem Sinne lassen wir die Masken fallen und versuchen uns abends mit gutem Gefühl im Spiegel zu betrachten.

 

Eure Miriam

 

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