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STOP

"Der ist mein Freund, der mir stets den Spiegel zeigt, den kleinsten Flecken nicht verschweigt, mich freundlich warnt, mich ernstlich schilt, wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt`. Das ist mein Freund - so wenig wie er`s scheint!

Doch der, der mich stets schmeichelnd preist, mir alles lobt, nie was verweist, zu Fehlern mir die Hände beut, und mir vergibt, eh` ich bereut - das ist mein Feind - so freundlich er auch scheint!" v. Chr. F. Gellert

 

Puh, wer hat noch solche Freunde, Mütter, Väter, Lehrer, Vorgesetzte? Wie anstrengend ist das alles!!

Also ich nehm mich da nicht aus. Zu gut kenn ich das Gefühl, dass es mir unter der Gurgel klopft und man so gerne mal sagen möchte, was einem am Gegenüber gerade negativ auffällt. Dann kommen aber Ängste wie: "Wenn ich was sage, mag er/sie mich dann noch? Auf Stress hab ich dann ja auch keinen Bock. Und überhaupt kehrt man doch vor seiner eigenen Tür, bevor man beim Nachbarn was anzumerken hat?!" Man erträgt, erduldet, schluckt und gibt gute Miene zum bösen Spiel, ob Zuhause, im Freundeskreis oder in Gesellschaft. Auch zur Politik und zu bestimmten Themen traut man sich ja schon gar nichts mehr sagen, weil man ja vor allem als Deutscher da ganz schnell einen Stempel auf der Stirn hat. Das Ganze gärt und gärt dann im Menschen bis er platzt! Dann wird's hässlich. Im Parlament, bei Gesprächsrunden im Fernsehen, auf Facebookseiten, im Schulhof, vor Gericht, in Familien, Schlafzimmern, Kinderzimmern und wo sonst noch der Mensch sein Ventil findet herauszulassen, was sich aufgestaut hat. Wie abartig, hässlich, grausam und krank diese Ausbrüche werden können sehen wir tagtäglich in den Nachrichten!

Wo finden wir da einen Ausweg aus der ganzen Misere?

Ich habe in diesem Punkt meinen Meister gefunden. Einen wahrhaftigen und ehrlichen Menschen, wie man ihn heutzutage kaum noch kennt. Durch ihn habe ich gelernt dass alles in Beziehung steht. Und dass vor allem die Beziehung unter den Menschen erst dann Frucht trägt, wenn man sich gegenseitig den Spiegel zeigt. Das tut man oft genug unbewusst und man muss da nicht immer seinen Senf dazu geben, aber das A und O dahinter ist wieder das Selbst. Sich selbst zu leben.

Wenn ich in einer Beziehung zu meinem Partner oder Freund wirklich ich selbst bin, entstehen Reibeflächen. Wirkliche konstruktive und ehrlich gemeinte Kritik bereichert eine Beziehung und einen selbst. Das hat jeder von uns schon erlebt. Wie anstrengend und unbequem das meistens ist, kennen wir auch. Und deshalb geht man dem ganzen gerne aus dem Weg. Die Konsequenz dessen ist, dass wir da unserem eigenen Spiegelbild aus dem Weg gehen, durch welches wir uns selbst besser kennen und verstehen lernen. 

Der Knackpunkt an dem sich hier das Spreu vom Weizen trennt ist der SelbstWERT und die EigenLIEBE. Denn, wenn ich mich nur durch mein Gegenüber bewerten lasse und ich meinen eigenen Wert von dem Anderer abhängig mache, laufe ich im Kreis und zwar im Teufelskreis. Ich traue mich so nichts mehr zu sagen, da ich Angst habe verlassen zu werden oder in ein schlechtes Licht zu rücken. Die ganze Gesellschaft und ihre Werte verändern sich gerade hin zu einer Wesensentfremdung des Menschen. Alles wird als diskriminierend abgestempelt und ein Aufruf nach dem anderen wird laut. Bezeichnungen und Formulare müssen verändert werden. 

Die schlechte Nachricht dahinter: Keine Frau fühlt sich aufgewertet in ihrem Alltag und in ihrem Sein, wenn sie absofort Familienmanagerin anstatt Hausfrau geheißen wird. Kein zweigeschlechtlicher  Mensch wird besser mit seinem Leben zurechtkommen, wenn er ab sofort "divers" ankreuzen kann.

Die Frau fühlt sich gut in dem was sie tut, wenn sie sich selbst wertschätzt, weil sie sich dafür entschieden hat bei ihren Kindern zu sein und darin für diese Zeit ihre Erfüllung findet und einen Teil ihres Traums lebt. Egal was andere davon halten.

Ein Mensch ohne eindeutige Geschelchtsidentität wird als jemand ganz Besonderes und Faszinierendes wahrgenommen und geschätzt werden, wenn er Frieden mit sich selbst gefunden hat. Ohne Zweifel eine Herausforderung! 

Die Liebe zu sich Selbst ist es was lebenslange Beziehungen ermöglicht. Denn niemand möchte im Grunde abhängig sein oder verantwortlich für das Leben eines anderen. Auch ein Kind kann sein eigenes Leben irgendwann wirklich nur dann frei leben, wenn man es loslässt und ihm nicht durch die Hand Sprüche an den Kopf wirft, die es von einem abhängig machen. Brauchen dann wir Erwachsenen die Kinder oder wie war das nochmal. Wenn jeder seine Aufgabe übernimmt in der jeweiligen Beziehung in der man zum anderen steht und darin aus einem tiefen Selbstwertgefühl handelt, erleben wir Sicherheit und Struktur. 

Dann ist es auch egal wie die moderne Familie aussieht. Und auch eine moderne Gesellschaft findet wieder zu ihren neuen aber sicheren Grundfesten.

Meine lieben Mitstreiter meiner Generation, die ihr zum Großteil eben jetzt Eltern kleiner Kinder seid, es gerade werdet oder vorhabt es zu werden. Wir sind für diese und die kommende Zeit eine Pioniergeneration!

Egal wer ihr seid, wie ihr lebt und wen ihr liebt! Wahre Liebe lässt frei! Zwischen Partnern und vor allem auch zwischen Eltern/ Erziehungsberechtigtem und Kind/ Schützling. Freiheit bedeutet man Selbst sein zu dürfen und so wie man ist geliebt zu werden. Lebt authentisch eure Beziehungen und übernehmt eure jeweilige Aufgabe mit Freude und in der Gewissheit, dass alles was wir jetzt tun unsere Welt von morgen prägt!

 

Eure Miriam

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